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BPS (Borderline Persönlichkeitsstörung)

 

Borderline bedeutet ins deutsche übersetzt „Grenzlinie“ bzw. „grenzwertig“. Der Ausdruck stammt daher, dass man der Annahme nachgeht, bei Borderline handle es sich um eine Störung zwischen neurotischem und psychotischem Verhalten. Früher konnte man Borderline nicht klassifizieren, weshalb ihr nur wenig Bedeutung zugesprochen wurde. Bei der Borderline Störung sind die Bereiche von Gefühlen, des Denkens, der Wahrnehmung und des Handelns beeinträchtigt. Laut DSM-IV ist die Störung erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres eindeutig nachzuweisen, da davon ausgegangen wird, dass sich der Persönlichkeit erst dann vollständig entwickelt hat. Da sich allerdings die Persönlichkeit im Laufe des gesamten Lebens kontinuierlich weiterentwickelt und verändert und sich die Reife und Ausprägung je nach Individuum differenzieren, sich die Störung bereits in der Kindheit heraus bildet, sie somit auch bei Personen unter dem 18. Lebensjahr schon sehr wohl auftreten kann, spricht man bei Personen im Adoleszenzalter von einer sogenannten Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit Borderline Syndrom.

 

Wichtig, die folgende Definition ist eine Klassifizierung dieser Störung laut dem  DSM-IV. Zu beachten ist jedoch das es sich um eine Störung der Persönlichkeit handelt, welche bei jedem Individuum differenziert ausgeprägt ist und somit auch das Krankheitsbildindividuell ausgeprägt und entwickelt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Neun Indikatoren einer BPS:                                                                                                                      

 

(um eine BPS nachweisen zu können müssen min. 5 erfüllt sein)

- Trennungsängste, Gefühl von Einsamkeit und verzweifeltes Bemühen  erdachtes oder tatsächliches Verlassenwerden zu unterbinden 

- neigen zu intensiven aber instabilen zwischenmenschliche Beziehungen                                                                       

- Identitätsstörung, instabiles Selbstbild, Störung der Fremd- und Selbstwahrnehmung                                                                                      

- impulsives Handeln                                                                                          

- suizidales Handeln und denken und/oder Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

- starke Stimmungsschwankungen                                                                                                                                       

- chronisches Gefühl von Leere, infolge mit Depressionen                                                                                                   

- unkontrollierbare Wutausbrüche/ starker Kontrollverlust                                                                                                                                        

- dissoziative Störungen infolge einer akuten Belastung

 

Laut dem Klassifizierungssystem der ICD der WHO ist die Borderline Störung eine Unterform der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung. Wobei der impulsive Typus dieser Störung in das Klassifizierungsbild der ICD und der Borderline- Typus ehr in das Klassifizierungsbild der DMS-IV passt. Laut Differenzialdiagnostik muss man vorzugsweise darauf achten, die Borderline Störung nicht mit andern Krankheitsbildern zu verwechseln, zum einen da Borderline oftmals mit anderen Störungen eine gewisse Komorbidität  einhergeht, zum andern weil Borderline oftmals mehrere Begleitstörungen mit sich bringt. Ansonsten ist wichtig zu erwähnen, dass der Nachweis dieser Störung nicht einfach per pseudotherapeutischen Indernetselbsttests erstellt werden kann. Das Bild dieser Störung ist extrem kompliziert und bedarf einwandfreien und sehr zeitaufwendigen diagnostischen Verfahren, wobei es einer sorgfältigen langen Beobachtung und Analyse, sowie mehreren Ausschließungsverfahren, Tests und Untersuchungen bedarf. Das Krankheitsbild ist so komplex, dass es selbst immer noch unter erfahrenen Psychoanalytikern, Psychiatern, Psychologen und Psychotherapeuten zu Konflikten bezüglich dieser Thematik kommt.

Borderline lässt sich in zwei Kategorien klassifizieren.:

1. der impulsive Typus,                                                                                                                                               der seine Aggressionen nach außen freien Lauf lässt. Stereotypisch sind bei diesem Typus die Symptome von rücksichtsloses und unterwerfendem Verhalten, vorzugsweise dort, wo sie getadelt werden, plötzliche und unkontrollierbare Wutausbrüche und ein allgemeines außer Kontrolle geraten, unberechenbare Stimmungsschwankungen, sowie Schwierigkeiten Handlungen beizubehalten, die nicht belohnt werden.

2.der Borderline- Typus,                                                                                                                                               der seine Gefühlsimpulse vor allem nach innen auslebt. Vorzuweisen ist eine 
Störung und Unsicherheit bezüglich Selbstbildes, Ziele und Sexualität. Es besteht eine Neigung zu zwischenmenschlichen Beziehungen, die einerseits sehr intensiv und zugleich stark instabil sind. Zusätzlich sind ein übertriebenes Bemühen nicht verlassen zu werden, wiederholte suizidal Drohung oder Handlung und/oder SVV, sowie ein chronisches Gefühl von Leere zu vermerken.


Symptom Definition einer BPS.:

Störung der Impulskontrolle mit affektiven Störungen
 
Borderliner neigen oftmals zu impulsiven Verhaltensweisen d.h. sie tun Dinge bewusst oder unbewusst, sie sie eigentlich nicht wollen oder affektiv geschehen d.h. sie werden wie ganz von allein, automatisch ausgeführt, sodass sie in manchen Fällen gegebenenfalls mitbekommen was sie tun aber nicht in die entsprechende Handlung eingreifen können oder was sie in dem akutem Moment nicht realisieren können. Zudem leiden sie an einer starken Willensschwäche.
Dazu können zählen Gefühle nur dann ausleben zu können, indem sie übermäßig Geld ausgeben (Kaufsucht/rausch), Beziehungs- oder Sexsucht, bis hin zu Essstörungen und noch weiteren gestörten Verhaltensweisen. In den meisten Fällen ist dies auf frühkindliche Erfahrungen zurück zu führen.
Sie haben aus individuell differenzierten Gründen nicht gelernt, ihre Gefühle auszuleben, fühlen sich schuldig und versuchen durch derartige Verhaltensweisen diese entstandenen Gefühle zu unterdrücken bzw. zu unterbinden.

 

 

 

 

Stimmungsschwankungen und emotionales Empfinden
 
In fast allen Fällen ist ein chronisches Gefühl der Leere vorhanden, welches meist mit Depressionen komorbitiert. Oft fühlen sich an Dingen schuldig, an dem sie gar keine schuld haben, fühlen sich wertlos, interpretieren sich selbst als etwas schlechtes oder böses und sind zumeist pessimistisch und melancholisch eingestimmt.
Stereotypisches Symptom dieser Störung ist, dass sie unter extremen Stimmungsschwankungen leiden. Meist ist ein Gefühl von Verzweiflung und Leere als Grundgefühl vorhanden, wobei emotionales Befinden sich binnen Sekunden wechseln kann. Von einem zum andern Moment kann höchste Euphorie in absolute Depressivität einhergehen. Auch das empfinden von Emotionen, sowie Gefühlen ist differenziert von der Norm eines nicht an Borderline erkrankten Mensches. Gefühle werden intensiver wahrgenommen, wobei es keinen Mittelwert gibt. Derartige Impulse, wie „etwas traurig“ oder „etwas glücklich“ gibt es nicht, sämtliche Impulse sind absolut und liegen in einem Extrem. So kommt es auch dazu, dass Abneigung immer als absolut angesehen werden, bereits kleinste Anlässe, können große Gefühlsimpulse auslösen. Diese weise zu fühlen und zu denken wird als das sogenannte schwarz-weiß Denken bezeichnet, womit Borderliner auch am meisten in Verbindung gebracht werden. Die Denkweise ist absolut und ohne Mittelbereich, sozusagen gibt es für sie nur ein Ja oder Nein und kein Vielleicht, nur Schwarz oder Weiß und kein Grau, daher auch der Name „schwarz- weiß Denken
Meistens sind sie auch nur in der Lage dazu ein Gefühl wirklich akut wahrzunehmen, andere Gefühle werden in einem akuten Gefühlsimpuls nicht wahrgenommen, sodass nur eine Emotion in einem akuten Moment vorhanden ist, während andere Menschen unterdessen in einem akuten Moment in der Lage sind, sich auf mehrere akute Emotionen zu fixieren und darum eine extreme Wahrnehmung nur eines Gefühls nicht stattfindet.


selbstverletzendes Verhalten (SVV) und Suizidalität

SVV ist ein Symptom, dass man bei Borderlinern sehr oft beobachten kann, aber nicht zwingend zu der Erkrankung dazu gehören muss. SVV umfasst ein weites Spektrum an differenzieren Variationen. Am populärsten sind hierbei das sogenannte „Ritzen“, dass mittlerweile in Kombination mit Depressionen zu einer eigenständig klassifizieren Verhaltensstörung zählt, bei dem man sich mittels scharfen Gegenständen in die Haut oder ins Fleisch schneidet, sich selbst zu schlagen (meistens den Kopf gegen eine Wand zu schlagen) und sich selbst Verbrennungen zufügen, wobei man nochmals erwähnen muss, dass dies nur die populärsten Methodiken sind, wobei es insgesamt noch wesendlich mehr Variationen, Mittel und Wege gibt, die von der Person, ihren individuellen Vorstellungen und ihren Möglichkeiten abhängig sind. Allerdings zählen nicht nur psychische Selbstverletzungen dazu. Auch selbstverletzende Verhaltensweisen auf psychischer Ebene zählen allgemein zum SVV, wie beispielsweise das einlassen auf Beziehungen, die instabil und im Vorfeld zum scheitern verurteilt sind oder One Night Stands, die einem psychischen Schmerz hinzufügen werden mitgezählt.  
Diese Verhaltensstörung im Allgemeinen zählt ebenfalls zu den impulsiven Handlungen, bei den meisten unbewusst, teilweise aber auch ganz bewusst ausgeübt werden. 
                                                Beim SVV handelt es sich in erster Linie um eine Verhaltensstörung, die allerdings Aufgrund ihrer Auswirkung mit einer Sucht gleich zu stellen ist.
Die Gründe für jegliches Verhalten sind vielzählig und von der Individualität der ausübenden Person, sowie dem Umgang mit Problemlösung abhängig.                                                                                       Mögliche Gründe könnten sein, Gefühlsimpulse oder innerlich aufgebauter Druck, Aggression, Depressionen, Stress und sonstiges ab zu reagieren oder diese zu verarbeiten. Borderliner können sich oftmals, aufgrund ihres chronischen Gefühls der Leere und ihrer gestörten Selbstwahrnehmung, nicht spüren und halten sich nicht selten für „innerlich Tod“. Oft dient Selbstverletzung dazu, psychischen Schmerz mit physischen zu überdecken oder sich selbst wieder lebendig zu fühlen, da sie dieses Gefühl brauchen, weil sie Bestätigung haben müssen.
Zudem wurde erwiesen, dass Borderliner auch unabhängig ihrer eventuell auftretenden selbstverletzenden Verhaltensweisen, über ein geringeres Schmerzempfinden verfügen.                                                                          

Bei der Suizidalität eines Borderliners handelt es sich zumeist um immer wieder kehrende oder chronische Gedanken, sowie wiederholtes androhen oder Handels eines Suizidversuches. Nur in den wenigsten Fällen steckt eine tatsächliche Tötungsabsicht dahinter, viel mehr ist es resultierend aus dem Wunsch des Lebens zu entfliehen. Damit ist nicht gemeint, dass sie wirklich sterben wollen, sondern ehr das sie das Leben, wie es bisherig verlaufen ist und es im akuten Moment ist nicht mehr weiterleben, nicht das Leben an sich nicht mehr weiterleben wollen. Oftmals ist es auch als ein Hilfeschrei oder einem Schrei nach Aufmerksamkeit gleich zu tun, wobei die betreffende Person nach der Bestätigung anderer sucht oder dieses als Druckmittel einsetzten möchte.

Wichtig zum Thema SVV zu an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass Borderline an sich und SVV bzw. spezifisch sich Ritzen nicht dasselbe sind! Ein Borderliner muss sich nicht zwingend auch selbst Verletzen, sowie nicht jeder, der sich selbst  verletzt an Borderline erkrankt sein muss!

Sucht

Viele Borderliner versuchen anstelle oder neben SVV über Süchte ihre Gefühlsimpulse zu verarbeiten oder sich eines besseren Gefühls zu bemächtigen. Hierbei kommen vor allem die Extremen in der sich ein Borderliner befindet und lebt zum Vorschein. Generell gehört dies nicht zu einem klassifizierten Symptom der Erkrankung, jedoch sind die Mehrheit an Borderline erkrankten Personen davon Betroffen. Ein Großteil aller Betroffenen berichtet über wechselnden Substanzmissbrauch oder anderen Suchtmitteln, wie Beziehungs- oder Sexsucht, wobei die Süchte in einem kontinuierlichen Wechsel, gleich der Stimmungsschwankungen stehen. Borderliner neigen dazu sich von das eine Extrem in das andere zu flüchten. Zu diesen Süchten können auch weitere Verhaltensstörungen wie Essstörungen und auch SVV gehören.   

Wahrnehmung und Bewusstsein

Die Wahrnehmung, insbesondere die Fremd- und Selbstwahrnehmung weisen starke dissoziative Störungen auf.  Es kommt häufig zu einem verzehrten Bild der Realität und paranoiden Wahnvorstellungen, sowie Abgrenzungen von Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen. In mehrfachen Fällen liegt zu dieser Dissoziativstörung als Komponente eine Identitätsstörung zu Grunde. Viele Borderliner haben insbesondere das Gefühl sich fremd zu sein oder wissen nicht wer oder was sie sind. Es kommt nicht selten zu einem inneren Konflikt zwischen dem "ich - wie ich bin" und dem  "ich - wie ich sein will/ oder wie ich mich nach außen hingebe zu sein.
Häufig kommt es zu einer Anpassung äußerer Einflüssen und der Grundstimmung ihrer Umgebung, wobei diese Emotionen mit einer starken Intensivität wahrgenommen werden.
Sie neigen zu starkem Selbsthass, den sie auf Situationen beziehen, an denen sie selbst keine Schuld hatten, sich jedoch dafür verantwortlich und schuldig fühlen.
Viele berichten über eine Flucht in eine Traumwelt, in sehr seltenen Fällen wird auch von Halluzinationen und Wahnvorstellungen gesprochen, wobei diese auch aus Drogenkonsum oder Nebenstörungen resultieren können.

Sozialverhalten

Vor allem neigen Borderliner zu sehr intensiven aber zugleich auch stak labilen zwischenmenschlichen Beziehungen, welches in Kombination mit Verlustängsten und dem verzweifelten Bemühen erdachtes oder tatsächliches verlassen Werden  zu unterbinden, eines der charakteristischen Hauptkriterien dieser Störung bilden.
Sie distanzieren sich von einer Person und ihrer Umwelt und klammern zugleich. Oft enttäuschen oder verletzten sie die, die ihnen wichtig sind, obwohl sie wissen, dass sie es bereuen werden und wünschen sie sich zugleich, dass sie der/ die jenige nicht verlässt und alleine lässt. Eine enorme Angst allein zu sein oder verlassen zu werden ist allgegenwärtig. Sie sehen sich nach Nähe eines anderen Menschen und können diese zugleich nicht zulassen. Ein Wissenschaftler diesbezüglich sagte einmal, dass ihre größte Angst darin bestünde allein gelassen zu werden, welches Gefühl meist aus der frühen Kindheit wieder aktualisiert würde und zugleich können sie diese Nähe, nach der sie sich sehnen nicht zulassen, da diese Nähe sie droht zu ersticken.
Oft sind auch Sozialphobien vorhanden oder keine ausgereiften sozialen Kompetenzen entwickelt worden und ihnen fremd.

Ursachen:

Die Ursachen dieser Erkrankung sind weiterhin unklar, Fakt ist, dass sie sich aus frühster Kindheit heraus entwickelt und mangelnde emotionale Bindung zu den Eltern, sowie falsche Erziehung eine entschiedene Rolle spielen, auch berichtet der größte Teil aller Betroffenen von sexuellem Missbrauch und genauso viele von Misshandlung aus der Kindheit, nicht selten in Kombination und von näheren Verwandten ausgeübt. Auch andere traumatische Erlebnisse können den Verlauf dieser Erkrankung und ihre Entwicklung geprägt haben.

 

 
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